Tagestipps im Radio

Tagestipps

Samstag 20:00 Uhr SRF 2 Kultur

Hörspiel

«Wartezeit» von Alain Franck Ein spannendes Zweipersonen-Kammerspiel, psychologisch subtil, mit überzeugender Besetzung. Pierre wartet am Abend auf seine Frau Juliette. Doch stattdessen kommt unerwarteter Besuch. Ein harmloses Gespräch entwickelt sich zu einem verbalen Schlagabtausch.

Samstag 20:04 Uhr WDR3

WDR 3 Konzert

Mit Sebastian Wellendorf Danish Moods Palle Mikkelborg, Trompete; Carsten Dahl, Klavier; WDR Big Band, Leitung: Ansgar Striepens Aufnahme aus dem BLG Forum Bremen

Samstag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

twenty days of optimism ein akustisches itinerar Von Hartmut Geerken Regie: der Autor Produktion: Dlf 2017 Länge: 61"24 eine 20 tage dauernde seereise auf dem unter deutscher flagge fahrenden containerschiff optimism von la spezia in italien nach fremantle in australien. schon nach wenigen tagen gibt es, ausser wasser, nichts mehr zu sehen, der horizont erstreckt sich rundum nur noch die mehr oder weniger gleichmässigen geräusche des schiffes sind tag nacht in den ohren. die originalkopfmikrofone sind an verschiedenen stellen des schiffes täglich für nur drei minuten geöffnet. am tag 1 der seereise von morgens 07.00 bis 07.03, am tag 2 von 08.03 bis 08.06, am tag 3 von 09.06 bis 09.09 usw. bis zum letzten tag der reise von nachts 02.57 bis 03.00. es sind die geräusche des schiffes der auf 12 stockwerken gestapelten container, aber auch der seegang ist akustisch präsent, stimmen (etwa beim durchfahren des suezkanals), das tippgeräusch der mechanischen schreibmaschine des autors in seiner kabine die musik, die er beim schreiben hört, stimmengewirr karaokeversuche in der messe der crew usw. neben diesen geräuschen aus einer noch nicht digitalen welt, berichtet der autor über seine eigenen erfahrungen befindlichkeiten von dem buch über den bombenkrieg in seiner geburtsstadt, an dem er während der reise arbeitet. die friedliche meditation einer seereise, durch die vielfältigen sounds der einzigen klangquelle ,schiff" akustisch nachvollziehbar gemacht, wird vorsichtig kontrastierend tangiert von den traumata einer kindheit einer stimme, die mit hilfe von buchstaben silben auf der suche nach antworten ist, für die eine entsprechende sprache noch nicht existiert. (Hartmut Geerken) twenty days of optimism

Samstag 20:05 Uhr Bayern 2

Bayern 2 Radiokrimi

Das Kriminalhörspiel: "Der kreidebleiche Soldat" von A. C. Doyle Der kreidebleiche Soldat Aus dem Englischen von Ruth von Marcard und John Lackland Von Sir Arthur Conan Doyle Mit Peter Pasetti, Klaus Behrendt und anderen Bearbeitung: Michael Hardwick Komposition: Peter Zwetkoff Regie: Heinz-Günter Stamm BR 1965 Verfügbar in der ARD Audiothek James Dodd kommt zu Sherlock Holmes, da der Kontakt zu seinem besten Kameraden aus dem Burenkrieg vor einem halben Jahr plötzlich abriss. Er hatte sich an dessen Familie gewandt, doch die Auskünfte, die er erhält, verstärken nur weiter sein Misstrauen. Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930), britischer Arzt und Schriftsteller. Zahlreiche Detektivgeschichten mit Sherlock Holmes und Dr. Watson.

Samstag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Jazztime

Charisma und Kulinarik - Die Sängerin Lizz Wright Kultur Von Franziska Buhre Die Sängerin Lizz Wright hat eine unverwechselbare Präsenz, die sie besonders in Konzerten entfaltet. Ihr letztes Album ist ein Live-Konzert aus Berlin von 2018. Nun hat sie in ihrer Wahlheimat Chicago ein Studio-Album aufgenommen, das im April erscheint. Wright hat die kurzen Zyklen der Musikindustrie hinter sich gelassen, in ihrem Alltag spielen die Jahreszeiten eine größere Rolle: Seit 2017 führt sie ein Restaurant in einer Begegnungsstätte für die Nachbarschaft und den kreativen Nachwuchs, sie baut Gemüse an und sagt: "Ich bin eine bessere Köchin, wenn ich singe."

Samstag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 Ohne Limit

Mit anderen Augen Hörspiel Hörstück von Helmut Oehring unter Verwendung von Texten seiner gleichnamigen Autobiografie Mit: Hagen Kleinert Gebärdendolmetscher: Christina und Uwe Schönfeld Musik: Daniel Göritz (Gitarre) Textbuch: Stefanie Wördemann / Helmut Oehring Sound- und Klangregie: Torsten Ottersberg / GOGH surround music production (Produktion: SWR 2015) Als Kind gehörloser Eltern aufgewachsen in der ehemaligen DDR und dort Kriegsdienstverweigerer, spielen in Helmut Oehrings Leben Gehörlose und Hörende eine gleichberechtigte Rolle. Von ihnen erzählt der Gitarrist und Autodidakt, der es wider Erwarten bis zum Mitglied der Akademie der Künste gebracht hat. Oehring, einer der interessantesten Komponisten zeitgenössischer Musik, versteht sich als politischer Künstler, der in seinem Werk Gesellschaft bewusst spiegelt. So auch in seinem autopoetischen Hörspiel-Debut, das verspielt, humorvoll wie ernst mit den Mitteln von Trash, Collage. Neuer- und Pop-Musik arbeitet.

Samstag 23:05 Uhr BR-Klassik

BR-KLASSIK - Musik der Welt

Der Klang der Bäume Die Koto-Spielerin Yoko Nishi Von Christoph Hahn Es gibt Traditionen, die sind den Japanern heilig, und deshalb sind sie auch ungebrochen lebendig. Die Koto, im 8. Jahrhundert aus China nach Japan importiert, zählt mit ihrer über 1200 Jahre alten Geschichte dazu. Am Kaiserhof heimisch geworden, später in die Samurai-Kultur integriert und bis heute auch für Shinto-Rituale verwendet, repräsentiert sie wie kein anderes Instrument das alte Japan. Zwei große Schulen bilden den Nachwuchs aus und wachen über den korrekten Umgang mit dem überlieferten Repertoire. Kann es da für einen Künstler im 21. Jahrhundert so etwas wie individuelle Spielräume überhaupt geben? Die Koto-Spielerin Yoko Nishi hat sich diese Frage immer wieder gestellt. Dass sie ihren ganz eigenen Platz in dieser Tradition schließlich nicht nur gefunden hat, sondern vom "Establishment" sogar anerkannt wird, spricht für ihre Qualität. "Tradition", sagt Yoko Nishi, "hat für mich letztlich nur dann Bedeutung, wenn ich diese Tradition in mir selbst spüren kann. Die Verbindung geschieht für mich über die Natur. Ich erlebe die Koto als Naturklang, als "Stimme des Holzes", eigentlich die Stimme der Götter im Klang der Bäume ..." Von daher ergibt es sich für Yoko Nishi fast von selbst, dass sie neben dem traditionellen Repertoire offen ist auch für ganz andere Musik. Moderne japanische Komponisten haben Stücke für sie geschrieben, sie selbst bearbeitet Musik aus dem europäischen Barock oder sie trifft sich mit Kollegen, dann spielen sie im Ensemble Klezmer- oder Zigeunermusik. Japanische Tradition und musikalisches Weltbürgertum: Yoko Nishi lebt und verkörpert beides ohne Widerspruch, wo immer sie auftritt. Wiederholung vom 6. August 2011

Sonntag 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Stunde 1 Labor

Politische Rolle rückwärts: Der Anti-feministische Backlash in Europa Von Charlotte Weinreich und Vladimir Balzer Die europäische Gleichstellungspolitik und der Feminismus schreiben seit Jahren Erfolgsgeschichte. In vielen Ländern Europas nehmen wir zugleich eine Verstärkung rechtspopulistischer und anti-demokratischer Bewegungen war, die eine anti-feministische Grundhaltung teilen - wie eine Art gemeinsamen Nenner. Sie mobilisieren z.B. gegen Gender-Politiken, Anti-Diskriminierung, sexuelle Selbstbestimmung, das Recht auf Abtreibung. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Wer sind diese (politischen) Akteure und wie sind sie vernetzt? Wo liegen Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede?

Freitag Sonntag